Kammer.West HomeAktuelles

Aktuelles

Stellenangebot:


Allgemeines Rundschreiben Nr. 4, April 2021


Sehr geehrte Frau Kollegin,
sehr geehrter Herr Kollege! 

meinNormenPaket
Mit dem Rundschreiben Nr. 2, Jan/Feb 2021, haben wir Sie über die geplante außerordentliche Kammervollversammlung zur Diskussion und Abstimmung eines Vertragsangebots von Austrian Standards+ zur Fortsetzung des Normenbezuges informiert.

Entsprechend dem vorliegenden Vertragsangebot kann jedes aktive Mitglied ab dem 01.01.2022 zehn Jahre lang auf jeweils 350 Normen zugreifen. Die Kosten sollen im Rahmen des Jahresvoranschlags (erstmals im Jahr 2022) berücksichtigt bzw. über die allgemeinen Kammerumlagen finanziert werden.

Aufgrund der nach wie vor bestehenden Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Coronavirus haben wir unsere außerordentliche Kammervollversammlung nunmehr auf den 18.06.2021, 10:00 Uhr verschoben und ersuchen Sie um Terminvormerkung. Die Einladung sowie die Eckpunkte bzw. Details zum neuen Vertrag werden wir Ihnen rechtzeitig übermitteln.

 

UNIQA-Krankenversicherung: E-Card für UNIQA-krankenversicherte ZiviltechnikerInnen / Übernahme der Kosten für Corona-Schutzimpfungen / Kostenlose COVID-19-Wohnzimmertests in Apotheken

Die Bundeskammer hat mit dem Dachverband der Sozialversicherungsträger unter Einbeziehung der UNIQA zugunsten der in der Uniqa Gruppenkrankenversicherung versicherten ZiviltechnikerInnen die Möglichkeit der Beantragung einer E-Card ausverhandelt, um von den Sozialversicherungsträgern zur Verfügung gestellte Services nutzen zu können, wie die Teilnahme am Elektronischen Impfpass z.B. in Verbindung mit der COVID-19-Schutzimpfung. UNIQA-krankenversicherte ZiviltechnikerInnen können online die E-Card beantragen und wird diese binnen 14 Tagen per Post übermittelt. Bitte beachten Sie auch, dass sich durch die Ausstellung der E-Card keine Änderung an Ihrer (privaten) Krankenversicherung ergibt. Detaillierte Informationen dazu finden Sie hier, anbei auch der Link zur Antragstellung für die E-Card.

Die Uniqa hat zugesichert, den im Rahmen des Gruppenkrankenversicherungsvertrages versicherten ZiviltechnikerInnen die Kosten für die beiden COVID-19-Schutzimpfungen auf Basis der Verordnung bzw. Honorarempfehlung zunächst bis 30.06.2021 zu ersetzen. Die Rechnungen für die Covid-19-Impfungen können wie gewohnt an die UNIQA übermittelt werden. Nähere Informationen finden Sie hier.

Wie uns die Bundeskammer weiters mitgeteilt hat, hat der parlamentarische Gesundheitsausschuss die Übernahme der Kosten für COVID-19-Tests in ärztlichen Hausapotheken auch für nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherte Personen beschlossen. Zudem soll die gesamte Bevölkerung - unabhängig vom Versicherungsverhältnis und einer Ab-/Anmeldung bei ELGA - die Möglichkeit haben, gratis „COVID-19-Selbsttest-Kits“ (= fünf „Wohnzimmertests“ pro Monat) in den Apotheken zu erhalten. Neuerungen dazu finden Sie jeweils auf der Homepage der BK.

Mit kollegialen Grüßen
Architekt Dipl.-Ing. Hanno Vogl-Fernheim
Präsident

 

VERANSTALTUNGEN

ANKÖ Vergabedialog ®: am 28.04.2021 (Onlineveranstaltung)
Der ANKÖ veranstaltet gemeinsam mit der Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen am 28. April 2021, 16:00 – 18:00 Uhr, mittels Online-VA den Vergabedialog ® zum Thema Wettbewerbe und andere Vergabeverfahren rechtssicher und effizient elektronisch abwickeln - mit Fallbeispiel Wiener Stadthalle NEU. Das detaillierte Programm sowie die Anmeldung bis zum 23.04.2021 (anmeldung[at]ankoe[dot]at) finden Sie hier.

 

 

RECHT

Homeoffice-Maßnahmenpaket ab April 2021
Mit BGBl I 61/2021 trat das Homeoffice-Maßnahmenpaket in Kraft und enthält Rahmenbedingungen im Hinblick auf Arbeits-, Steuer- und Sozialversicherungsrecht. Im Wesentlichen wurden damit folgende Inhalte festgelegt: kein Rechtsanspruch auf Homeoffice; es bedarf einer schriftlichen Vereinbarung; die Bereitstellung von Arbeitsmitteln durch den/die ArbeitgeberIn bzw. die Abgeltung mittels einer Pauschale bei Verwendung eigener Arbeitsmittel; Klarstellungen zum ArbeitnehmerInnen- und Unfallschutz.

Details dazu sowie ein Muster für die Vereinbarung von Homeoffice-Tätigkeiten finden Sie auf der Homepage der Bundeskammer.

 

Darf die Bezahlung des offenen Werklohnes bei Mängeln verweigert werden?
Nach ständiger Rechtsprechung kann der/die WerkbestellerIn grundsätzlich den gesamten offenen Werklohn bis zur Mängelbehebung zurückbehalten. Das Zurückbehaltungsrecht steht dem/der WerkbestellerIn daher auch bei geringen Mängeln zu, sofern kein Verstoß gegen das Schikaneverbot vorliegt. In der Vergangenheit hat der OGH die Zurückbehaltung bereits bei einem Verbesserungsaufwand in Höhe von 5, 6 und 8 % des gesamten offenen Werklohnes akzeptiert und einen Verstoß gegen das Schikaneverbot verneint. Der OGH ist in der ggst. Entscheidung, OGH 30.11.2020, 5 Ob 191/20d, seiner bisherigen Judikatur gefolgt und ist zusammenfassend zum Schluss gekommen, dass die Zurückbehaltung des gesamten offenen Werklohnes bei einem Verbesserungsaufwand von 12 % nicht als Schikane betrachtet werden kann.

Praxistipp RAe Girardi/Schwärzler/Pichler: Achten Sie darauf, dass bei der Prüfung, ob ein Verstoß gegen das Schikaneverbot vorliegt, die Relation zwischen Verbesserungsaufwand und dem offenen Werklohn (nicht den gesamten Werklohn) die Hauptrolle zu spielen scheint und der OGH in der Vergangenheit eine schikanöse Rechtsausübung lediglich bei ganz geringen Mängeln bzw. einem Verbesserungsaufwand von 4,7 %, 2,8 %, 1,7 % und 0,5 % des offenen Werklohnes bejaht hat.

 

Kann ein/e AuftraggeberIn von einer/m AuftragnehmerIn Überzahlungen zurückverlangen?
Gemäß § 1478 ABGB kann ein/e AuftraggeberIn Überzahlungen innerhalb einer Frist von 30 Jahren von einer/m AuftragnehmerIn zurückverlangen. Die ÖNORM B 2110 verkürzt diese 30-jährige Frist auf drei Jahre ab Überzahlung.

Gemäß den Ausführungen des OGH (OGH 27.11.2019, 5 Ob 117/19w) in der angeführten Entscheidung sind Überzahlungen im Sinn dieser Bestimmung solche, die über das vertraglich Geschuldete hinausgehen. Das sind beispielsweise irrtümliche Zahlungen von Doppelverrechnungen oder von Leistungen, die tatsächlich oder nur in geringerem Umfang erbracht wurden oder in der bereits vereinbarten Auftragssumme enthalten waren.
Beachten Sie: diese verkürzte Verjährungsfrist gemäß Punkt 4.3 Abs. 2 der ÖNORM B 2110 gelangt nicht bei Verträgen mit VerbraucherInnen, sondern nur zwischen Unternehmen zur Anwendung.

 

GESETZE

Gesetze und Verordnungen des Bundes:

    • Änderung des Härtefallfondsgesetz, BGBl I 40/2021
    • Änderung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes 1977, BGBl I 41/2021
    • Änderung des Arbeitsmarktservicegesetzes, BGBl I 42/2021
    • Änderung des Mutterschutzgesetzes 1979, BGBl I 44/2021
    • ForstG-Gefahrenzonenplanverordnung – ForstG-GZPV, BGBl II 132/2021
    • Änderung des Berufsausbildungsgesetz, BGBl I 60/2021
    • Änderung des Arbeitsvertragsrechts – Anpassungsgesetz, des Arbeitsverfassungsgesetzes, des Dienstnehmerhaftpflichtgesetzes, des Arbeitsinspektoratsgesetzes 1993, des Allg. Sozialversicherungsgesetzes und des Beamten-Kranken- und Unfallversicherungsgesetz, BGBl I 61/2021 – beinhaltet das Homeoffice-Maßnahmenpaket
    • Änderung der Deponieverordnung, BGBl II 144/2021 + Anlagen
    • Änderung der Zertifizierungsstellen-Akkreditierungs-Verordnung – ZeStAkk-V, BGBl II 149/2021
    • Neufestsetzung von Gerichtsgebühren, BGBl II 160/2021
    • 68. Novelle zur Kraftfahrzeug-Durchführungs-Verordnung, BGBl II 161/2021
    • Änderung des Maß- und Eichgesetzes, BGBl I 66/2021 + Anlagen

    Gesetze und Verordnungen Land Tirol:

     

    ALLGEMEINE INFORMATIONEN

    Merkblatt der Tiroler Gemeinden – Aktuelle Beiträge
    Im Merkblatt März 2021 finden Sie Beiträge zu folgenden Themen: Neuerungen im Tiroler Stadt- und Ortsbildschutzgesetz/SOG 2021 + Tiroler Schotterrasen und Rasengittersteine im Zusammenhang mit der Bebauungsdichte des § 61 Absatz 4 Tiroler Raumordnungsgesetz 2016.

     

    "YesWePlan!" Umfrage – Teilnahme bis Ende Mai 2021 möglich!
    Der Ausschuss Ziviltechnikerinnen der Bundeskammer der ZT als Lead Partner Organisation und Partnerorganisationen in anderen europ. Ländern führen aktuell eine europ. Umfrage zur Gleichstellung der Geschlechter und zur Karriereentwicklung in Architektur und Bauingenieurwesen, im Rahmen des Erasmus + Projektes „YesWePlan!“ - www.yesweplan.eu, durch.

    Ziel der Umfrage ist es, geschlechtsspezifische Ungleichheiten, die innerhalb dieser Berufe noch bestehen könnten, genau zu identifizieren, um dann in einem zweiten Schritt im Rahmen des Projektes geeignete Maßnahmen zur Förderung fairer Karrierechancen zu entwickeln und zu empfehlen. Die Ergebnisse der Umfrage und die daraus abgeleiteten Aktionspläne werden voraussichtlich ab Juli 2021 auf www.yesweplan.eu veröffentlicht. Detaillierte Informationen und den LINK zum Fragebogen finden sie HIER.

     

    UMFRAGE: BIM-Anwendung in Österreich
    Der Arbeitsbereich für Baumanagement, Baubetrieb und Tunnelbau der Universität Innsbruck hat die Umfrage Österreichischer BIM Bericht 2021 zusammengestellt. Die Befragung hat zum Ziel, den aktuellen Kenntnisstand über die Implementierung und Anwendung von BIM sowie im Allgemeinen die Einstellung zu BIM in planenden Unternehmen zu gewinnen. BIM Anwender, als auch die Unternehmen, welche BIM NICHT anwenden, sind zur Teilnahme eingeladen. Die Befragung verläuft anonym und dient zur Forschung im Bereich der BIM Akzeptanz in den Planungsunternehmen. Die Ergebnisse werden in den BIM Bericht 2021 einfließen, welcher sich als aktualisierte und erweiterte Ausgabe des BIM Berichtes aus dem Jahr 2017 versteht. LINK zum Fragebogen.

     

    BREXIT - Auswirkungen des Handels- und Kooperationsabkommen im Bereich der sozialen Sicherheit
    Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland (kurz VK) hat mit 01.02.2020 die Europäische Union verlassen. Dies hat unter anderem im Bereich der sozialen Sicherheit massive Auswirkungen auf die zwischenstaatlichen Verfahren. In dem zwischen der EU und dem VK geschlossenen Austrittsabkommen wurde ein Übergangszeitraum bis 31.12.2020 festgelegt. Darüber hinaus wurde für bestimmte Personengruppen das Austrittsabkommen für weiterhin anwendbar erklärt. Die VO (EG) Nr. 883/2004 und Nr. 987/2009 waren bis zum 31.12.2020 uneingeschränkt weiter anwendbar; ab dem 01.01.2021 sind die vorgenannten Verordnungen nur noch auf die vom Austrittsabkommen erfassten Personen anwendbar.

    Im Dezember 2020 konnte zwischen der EU und dem VK eine Einigung über ein Handels- und Kooperationsabkommen erzielt werden, das auch Bestimmungen im Bereich der sozialen Sicherheit enthält. Das gegenständliche Abkommen ist zwar noch nicht in Kraft, allerdings wurde von der EU eine Vorweganwendung ab dem 01.01.2021 empfohlen. Bei Interesse können Sie die Informationen bzgl. der Auswirkungen auf den Bereich der Pensions- und Krankenversicherung in der Kammerdirektion anfordern.


    E-Card für UNIQA-Versicherte: Antragstellung

    Die Bundeskammer der ZiviltechnikerInnen hat mit dem Dachverband der Sozialversicherungsträger unter Einbeziehung der UNIQA zugunsten der in der UNIQA-Gruppenkrankenversicherung versicherten ZiviltechnikerInnen die Möglichkeit der Beantragung einer e-card ausverhandelt.

    Über ein Online-Formular unter https://www.svs.at/e-card-Antrag/ können ZiviltechnikerInnen kostenlos eine e-card für sich und ihre mitversicherten Angehörigen beantragen.

    Für die Online-Antragstellung wird ein amtlicher Lichtbildausweis sowie ein Nachweis der Kammerzugehörigkeit benötigt. Der Nachweis der Kammerzugehörigkeit kann alternativ durch Einscannen einer der folgenden Unterlagen erbracht werden:

    • ZiviltechnikerInnenausweis
    • Befugnisbescheinigung der jeweiligen Länderkammer
    • Ausdruck der „Selbstsuche“ im ZT:Verzeichnis unter www.ziviltechniker.at. Die Daten können durch Eingabe im Suchlauf abgerufen werden. Ein Ausdruck dieser Daten kann als Nachweis der Kammerzugehörigkeit im Online-Formular der Sozialversicherungsanstalt hochgeladen werden.
    • Pensionsbescheid der SVS
    • Feststellungsbescheid des Kuratoriums der Wohlfahrtseinrichtungen, der anlässlich der Überleitung der Wohlfahrtseinrichtungen ins staatliche Pensionssystem über die Pensionsansprüche erlassenen wurde.

    Sofern aufgrund einer anderen Erwerbstätigkeit bereits eine e-card vorliegt, ist eine Antragstellung nicht erforderlich. Falls ZT jedoch eine nicht mehr gültige e-card besitzen, ist eine Neuausstellung notwendig. Eine Mitgliederinformation dazu finden Sie hier.


    Allgemeines Rundschreiben Nr. 3, Feb/März 2021


    Sehr geehrte Frau Kollegin,
    sehr geehrter Herr Kollege! 

    COVID-19-Testungen, Kostenersatz und „Wohnzimmertests“
    Wie uns die UNIQA mitgeteilt hat, ist für die Anmeldung für einen COVID-19-Antigentest im Rahmen der Aktion „Tirol testet“ bzw. für die Voranmeldung zur COVID-19-Schutzimpfung die Angabe der Sozialversicherungsnummer ausreichend, es bedarf keines Nachweises einer gesetzlichen Krankenversicherung.

    Bzgl. Kostenübernahme von Antigentests teilte die UNIQA mit, dass vorerst befristet bis Ende März 2021 eine 100% Übernahme der Kosten für in Apotheken durchgeführte Antigentests (ab dem 08.02.2021) erfolgt. Reichen Sie hierzu die Rechnung für die COVID-19-Antigentestung bei der UNIQA ein und erhalten einen vollen Kostenersatz.

    Hinsichtlich der ab 01. März in den Apotheken erhältlichen „Wohnzimmertests“ klärt die UNIQA aktuell den Bezug für UNIQA-Versicherte ab. Sobald wir dazu weitere Informationen haben, werden wir die Mitglieder informieren bzw. können sich Interessierte gerne direkt in der Kammerdirektion melden – wir informieren Sie anschließend.

     

    Mitgliederumfrage, Herbst 2020
    Die Bundeskammer hat auch im vergangenen Jahr wieder eine Mitgliederbefragung zu Themen der Berufsausübung durchgeführt. Bei Interesse können Sie die Auswertung gerne in der Kammerdirektion anfordern.

     

    NEXTDOOR INSIGHTS – Podcastserie des bilding
    Das bilding, Kunst und Architekturschule für Kinder und Jugendliche, hat kürzlich ihre Podcastserie zur Baukultur von und für junge Menschen veröffentlicht. In den bisher gestalteten 10 Beiträgen werden in persönlichen Geschichten von PlanerInnen und AkteurInnen kurzweilige, professionelle Einblicke in individuelle Arbeitsbereiche, Berufsentscheidungen und Berufsfelder wie z.B. in Architektur, Tragwerksplanung, Bauphysik, Umwelttechnik, Vermessungswesen, Wasserbau, Ortsentwicklung, etc. gegeben. Die Podcasts finden Sie hier.

     

    COVID-19-Maßnahmen im Berufsalltag der ZiviltechnikerInnen
    Nach wie vor gilt es die Vorgaben der Bundesregierung in Sachen Eindämmung des Coronavirus zu beachten. Auf der Homepage der Bundeskammer finden Sie dazu aktuelle Informationen und Hilfestellungen für den Berufsalltag der ZiviltechnikerInnen. Kürzlich fand auch die Begutachtung zum Entwurf eines Homeoffice-Gesetzes statt – sobald dazu finale Inhalte und Informationen zum In-Kraft-Treten vorliegen, finden Sie entsprechende Informationen auf der BK-Homepage bzw. werden wir unsere Mitglieder informieren.

    Mit kollegialen Grüßen
    Architekt Dipl.-Ing. Hanno Vogl-Fernheim
    Präsident

     

    ALLGEMEINE INFORMATIONEN

    Förderung von Kursmaßnahmen für Lehrlinge in Kurzarbeit
    Seit Oktober 2020 ist die Kurzarbeit für Lehrlinge nur möglich, wenn die Ausbildung sichergestellt ist. Dabei ist mindestens die Hälfte der Ausbildungszeit, die im Kurzarbeitszeitraum ausgefallen ist, für Ausbildung und berufsrelevante Maßnahmen zu nützen (ausgenommen in Zeiten des Lockdowns). Nun wurde eine spezielle Förderung für derartige Kursmaßnahmen zwischen 01.10.2020 und 31.03.2021 geschaffen, mit der den Lehrbetrieben 75% der Kurskosten ohne Deckelung der Förderung ersetzt werden. Hier finden Sie nähere Informationen zur Förderung und Antragstellung - die Frist für eine mögliche Antragstellung endet 3 Monate nach Abschluss der Maßnahme, spätestens am 30.06.2021.

     

    Preisentwicklungen für Bewehrungsstahl
    Die ZT-Kammer wurde informiert, dass der Stahlpreis im Bewehrungssektor aktuell außerordentlich ansteigt – siehe Information. Wir empfehlen in diesem Zusammenhang, bei Kostenschätzungen für neue Projekte entsprechend vorsichtig zu sein und jedenfalls die Stahl-Preisentwicklung zu berücksichtigen.

     

    RECHT

    Achtung bei Vertragsabschlüssen außerhalb von Kanzleiräumlichkeiten
    Anlassfall eines nun auch in 2. Instanz entschiedenen Rechtsstreits war eine ausständige Honorarforderung einer Architektin, nachdem ihr Vertragspartner erst mehrere Monate nach Vertragsabschluss unter Berufung auf das Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz – (kurz: FAGG) vom Werkvertrag zurückgetreten ist.

    Das Landesgericht (LG) für Zivilrechtssachen Graz kam auf Basis eines Vorabentscheidungsverfahrens des EuGHs zum Ergebnis, dass der Verbraucher mangels entsprechender Aufklärung über sein Rücktrittsrecht vom gegenständlichen Vertrag zurücktreten konnte und der Architektin somit kein Honorar für die erbrachten Leistungen zusteht. Hintergrund dieser Entscheidung sind die Bestimmungen des FAGG, die bei Vertragsabschlüssen zwischen VerbraucherInnen und UnternehmerInnen - außerhalb der Kanzlei- bzw. Geschäftsräumlichkeiten des Unternehmens - (z.B. Kaffeehaus, Grundstück, Privatwohnung, öffentliche Straßen, etc.) zu beachten sind.

    Wie das LG feststellte, fällt ein Vertrag über Planungsleistungen eines Einfamilienhauses nicht unter den Ausnahmetatbestand „Verträge über den Bau eines neuen Gebäudes oder bei erheblichen Umbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden“, womit jedenfalls der Anwendungsbereich des FAGG gegeben ist. Daher trifft die UnternehmerIn eine umfassende Informationsverpflichtung über wesentliche Vertragsinhalte gegenüber der VerbraucherIn. Weiters hielt das LG fest, dass der gegenständliche Vertrag nicht als „Ware zu qualifizieren ist, die nach Kundenspezifikationen angefertigt wird oder eindeutig auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist“ und der VerbraucherIn somit ein 14-tägiges Rücktrittsrecht zusteht. Wenn die UnternehmerIn ihrer Informationsverpflichtung über das Bestehen oder Nichtbestehen eines Rücktrittrechts der VerbraucherIn nicht nachgekommen ist, verlängert sich diese Frist jedoch um bis zu 12 Monaten. Daher war es auch im gegenständlichen Fall zulässig, dass der Verbraucher erst mehrere Monate nach Vertragsabschluss und bereits erbrachter Vertragsleistungen der Architektin seinen Rücktritt erklärt hat und somit kein Honoraranspruch besteht.

    Praxistipp: Es ist notwendig, bei sämtlichen Dienstleistungsverträgen mit VerbraucherInnen, die außerhalb der Geschäftsräumlichkeiten abgeschlossen werden, den Informationspflichten nach dem FAGG nachzukommen, auf das bestehende 14-tägige Rücktrittsrecht hinzuweisen, ein Muster-Widerrufsformular auszuhändigen und gegebenenfalls eine Erklärung der VerbraucherInnen einzuholen, dass bereits vor Beendigung der Rücktrittsfrist ausdrücklich mit der Vertragserfüllung begonnen werden soll.

     

    Muss ein Baustellenkoordinator schriftlich bestellt werden?
    Im gegenständlichen Fall musste seitens des OGH die Frage geklärt werden, ob der Bauherr neben dem Generalunternehmer auch für den Arbeitsunfall eines Arbeiters auf der Baustelle haftet. Der verunfallte Arbeiter begründete die Haftung damit, dass der Bauherr seine Fürsorgepflicht nicht eingehalten und gegen das BauKG verstoßen habe.

    Der Bauherr bestritt das Klagebegehren und wendete ein, dass er seine Pflichten an einen mündlich beauftragten Baustellenkoordinator übertragen habe. Der OGH (OGH 17.9.2020, 2 Ob 93/20w) kam hierbei in der oben angeführten Entscheidung zusammenfassend zum Schluss, dass gemäß § 3 Abs 6 BauKG die Bestellung eines Baustellenkoordinators zum Zweck der Beweisführung schriftlich erfolgen muss und nur dann wirksam ist, wenn der bestellte Baustellenkoordinator diesem nachweislich zugestimmt hat. Der Bauherr kann sich daher nach Ansicht des OGH nicht auf eine nur mündlich oder konkludent (schlüssig) erfolgte Bestellung des Baustellenkoordinators berufen.

    Praxistipp RAe Girardi/Schwärzler/Pichler: Beachten Sie, dass der Bauherr mangels gültiger Bestellung eines Baustellenkoordinators selbst für die Verletzung von Pflichten haftet, die nach dem BauKG den Baukoordinator getroffen hätten.

     

    VERANSTALTUNGEN

    Webinarreihe – BVergG, Grundlagen, Arten von Vergabeverfahren und Angebotsprüfung, März 2021
    Das ZT-Datenforum bietet im März die Webinarreihe zum BVergG an. Am 08.03.2021 werden die Arten von Vergabeverfahren vorgestellt, am 15.03.2021 – jeweils von 14:00 – 15:30 Uhr – schließt die Reihe mit der Angebotsprüfung. Details und Anmeldeinfos zum Webinar mit RA Dr. Christian Fink finden Sie hier.

     

    Webinar - Bauvertrag und ÖNORM B 2110 am 23.03.2021
    Webinar mit zwei Schwerpunkten: Im ersten Teil des Webinars werden vor allem abwicklungsrelevante Aspekte der Vertragsgestaltung behandelt. Eingegangen wird hierbei auf die gesetzliche Normallage des ABGB sowie die Regelungen der ÖNORM B 2110.
    Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Thema Mehrkostenforderungen - es werden Voraussetzungen für ein erfolgreiches "Anti-Claim-Management" in der Praxis präsentiert. Details finden Sie hier.

     

    GESETZE

    Gesetze und Verordnungen des Bundes:

      • Änderung der Verordnung über die Einrichtung eines Beirats für Baukultur im Bundeskanzleramt, BGBl II 81/2021

       

      ZU VERKAUFEN

      Plotter HP Designjet 510 (112cm) mit Untergestell, wenig gebraucht, abzugeben, Kontakt: DI Bernd Egg, egg[at]aon[dot]at, 06641310913.


      Verlängerung der Schwellenwerteverordnung 2018

      Mit BGBl II 605/2020 wurde die Schwellenwerteverordnung 2018 bis 31. Dezember 2022 verlängert.

       

      Bau-, Liefer- und Dienstleistungsaufträge können somit weiterhin bis zu einem geschätzten Auftragswert von € 100.000,-- direkt an UnternehmerInnen vergeben werden. Das nicht offene Verfahren ohne vorherige Bekanntmachung kann für Bauaufträge bis zu einem Auftragswert von € 1 Mio. herangezogen werden.

       

       


      Wettbewerbs- und Vergabekonsulenten – Kostenloser Service für AuftraggeberInnen, Mitglieder und VerfahrensbetreuerInnen

      Seit über einem Jahr sind die neuen Wettbewerbs- und Vergabekonsulenten bereits tätig.

      Architekt DI Lukas Mähr unterstützt die Agenden der Sektion ArchitektInnen im Wettbewerbswesen (wettbewerbskonsulent[at]kammerwest[dot]at), Zivilingenieur DI Stephan Bstieler steht für die Sektion IngenieurkonsulentInnen bei Ingenieurvergaben zur Verfügung (vergabekonsulent[at]kammerwest[dot]at).

      Im Architektur-WB-Wesen erfolgt bei Verfahren, die in Abstimmung mit der Kammer stattfinden und eine faire und partnerschaftliche Abwicklung vorsehen, eine Kooperation. Zukünftig soll eine entsprechende Kooperation auch bei Ingenieurvergaben stattfinden.

      VerfahrensbetreuerInnen von Ingenieurvergaben können sich jederzeit, insbesondere bei schwierigen Ausschreibungen, an DI Bstieler zur Unterstützung und Prüfung der Ausschreibung auf Vereinbarkeit mit den Vorgaben der Kammer wenden. Bei Einhaltung dieser Vorgaben erfolgt in Abstimmung mit den jeweiligen FG-Obmännern bzw. Stellvertretern eine Freigabe bzw. Kooperation.

      © SAAL/Architekturstudio und © DieFotografen
      WBVK Arch. DI Lukas Mähr (links) und WBVK DI Stephan Bstieler (rechts).


      Baukulturelle Leitlinien des Bundes

      Um künftig eine aktivere Rolle bei der Entwicklung der heimischen Baukultur spielen zu können, wurden vom Ministerrat im August 2017 die Baukulturellen Leitlinien beschlossen. 

      Diese gliedern sich in folgende Bereiche:

      • Orts-, Stadt- und Landschaftsentwicklung
      • Bauen, Erneuern und Betreiben
      • Prozesse und Verfahren
      • Bewusstseinsbildung und Beteiligung
      • Wissenschaft und Kompetenzverteilung und
      • Lenkung, Kooperationen und Koordinationen.

      Ergänzt wird das Konzept durch ein Impulsprogramm, welches konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Leitlinien beschreibt.


      Adresse
      Rennweg 1, Hofburg, 6020 Innsbruck
      Telefon
      +43 (0)512 588 335
      Fax
      +43 (0)512 588 335 - 6
      Email
      arch.ing.office@kammerwest.at